Wer produktiver sein will, sollte von zuhause aus arbeiten

Home Office und Remote Work sind keine neuen Trends, doch erst die Corona-Krise war Auslöser einer größeren Debatte zu diesem Thema. Jetzt möchte der deutsche Arbeitsminister ein Recht auf Homeoffice einführen, bei Twitter können zukünftig alle Mitarbeiter selbst entscheiden, ob sie im Büro oder von Zuhause aus arbeiten und auch unsere Innovationsworkshops finden in vielen Fällen bewusst online statt.
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Doch nach wie vor gibt es in vielen Unternehmen große Unsicherheiten zum Thema Home Office. Neben Fragen zur richtigen IT-Infrastruktur, Datensicherheit und dem Nachweis der Arbeitszeiten, drehen sich viele Diskussionen um die Produktivität der Mitarbeiter, die von Zuhause aus arbeiten.

Ein chinesisches Experiment zeigt interessante Erkenntnisse zum Thema Remote Work.


Stanford-Professor Nicholas Bloom hat in Zusammenarbeit mit Ctrip, mit 16.000 Mitarbeitern Chinas größtes Reisebüro, eine neun Monate andauernde Studie durchgeführt. Dabei wurden 500 Angestellte in zwei Gruppen aufgeteilt – eine Kontrollgruppe (die weiterhin im Büro arbeitete) und Mitarbeiter, die freiwillig von zu Hause aus arbeiteten. Während Bloom zu Beginn seiner Studie DOES WORKING FROM HOME WORK? EVIDENCE FROM A CHINESE EXPERIMENTdavon ausging, dass sich die Produktivität von beiden Gruppen ähnlich sein würde, zeigten die Ergebnisse ein anderes Bild.

Die Gruppe der Heimarbeiter absolvierten die Arbeitszeit komplett, machten kürzere Pausen, hatten weniger Krankheitstage und nahmen generell auch weniger Urlaub. Während die Mitarbeiter aus dem Büro im Schnitt mehrmals pro Woche zu spät ins Büro kamen oder zu früh gingen. Außerdem stellte man fest, dass die Arbeit Zuhause weniger ablenkend wirkte. Des Weiteren ging die Fluktuation bei den Telearbeitern um 50 Prozent zurück und Ctrip sparte durch die Reduzierung der Bürofläche in der Zentrale fast 2.000 Dollar pro Mitarbeiter bei der Miete ein. Trotzdem wollten nach der Studie mehr als die Hälfte der Heimarbeiter nicht zu 100 Prozent von zu Hause aus arbeiten, da sie sich zu sehr isoliert fühlten.

Home Office und Büroarbeit – die Balance macht es aus


Nicht nur die oben genannte Studie zeigt die Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf. Auch eine Studie zum Thema „Hat die Mitarbeiterzufriedenheit Einfluss auf die Produktivität?“ der Universität Oxford bestätigt, dass glücklichere Mitarbeiter produktiver sind. Aus dem vom Arbeitgeber entgegengebrachten Vertrauen in die eigene Arbeit kann ein Mitarbeiter Selbstvertrauen ziehen. Die Chance, auf Situationen wie beispielsweise die Erkrankung eines Kindes, schnell ohne große Hürden zu reagieren, reduzieren Stress für Arbeitnehmer, die sonst zwischen Familie und Arbeit entscheiden müssen. Für Mitarbeiter, die Probleme mit morgendlicher Konzentration haben, kann der Entfall des Arbeitsweges ein wesentlicher Faktor für Motivation und Kreativität sein. Für introvertierte Mitarbeiter kann die Wahl zwischen Großraumbüro und Heimarbeitsplatz ebenfalls Antrieb für bessere Leistungen und konzentrierteres Arbeiten sein. Das entscheidende dabei ist, die richtige Balance zwischen Büroarbeit und Home Office zu finden, um das in der Studie gezeigte Gefühl der Isolation von Mitarbeiter zu verhindern.

COVID-19Treiber für digitale Arbeitsweisen


Wie Christian Buchholz in seinem Artikel „Was wir nach 3 Monaten in digitalen Workshops gelernt haben“ erwähnt, muss in Zukunft nicht nur die Frage gestellt werden „Wie kann ich die Möglichkeiten der digitalen Technologien nutzen, um in Meetings und Workshops noch bessere Ergebnisse zu erzielen?“ , sondern „Wie kann ich die Möglichkeiten der digitalen Technologien für mein Unternehmen und meine Mitarbeiter nutzen um noch bessere Ergebnisse zu erzielen?“ . Der digitale Wandel hat sich durch die aktuelle Situation deutlich besachleunigt. Die virtuelle Zusammenarbeit wird zukünftig ein essenzieller Bestandteil unserer Arbeit sein und die Fähigkeit dazu eine Kompetenz, die jeder Mitarbeiter im Unternehmen erlernen sollte.

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Jennifer Weiß

Jennifer Weiß

Meine Aufgabe ist die Unternehmenskommunikation für das verrocchio Institute.Dabei möchte ich vor allem unser gesammeltes Wissen für alle in verständlicher Form teilbar machen.

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